Schokonikoläuse im Studententest: Die „Modernen“

„Sieht nackig aus, als hätte er einen Ausschlag“

nikolausis

Hach ja, die Weihnachtszeit. Ein Fest der Liebe, Freude, des besinnlichen Beisammenseins und… der unentrinnbaren Schlemmereien. Ebenso wie Glühwein, Lebkuchen und diverse Backwaren, ist auch der Schokonikolaus/-weihnachtsmann nicht wegzudenken. Doch was ist eigentlich ein typischer Schokonikolaus? Was macht ihn aus? Wie schmeckt er? Wie nicht? Diesen Fragen sind wir in typischer Galileo-Wissensmagazin-Manier mal auf den Grund gegangen – mit überraschenden Ergebnissen…

Hello or Goodbye? sterne3

hello

Der Zeitgenosse von Hello Lindt bricht mit traditionellen Erscheinungsbildern. Sein Gewand ist nicht etwa in traditionellem Blau oder Erdfarben gehalten und auch nicht im klassischen Rot wie man es gewohnt ist. Nein, es ist schwarz… so schwarz, dass er sich sofort von seinen adretten, rot gekleideten Kollegen im Regal unterscheiden lässt. Auch die Sonnebrille, die er trägt, vermittelt eine eher gechillte als strenge Arbeitsmoral und weckt spontan Erinnerungen an Peter Steiners „It’s cool man“ (Milka) oder Friedrich Liechtenstein mit „Supergeil“ (Edeka). Doch wie schmeckt unser „Player-Weihnachtsmann“ denn nun? Ausgepackt steigt uns sofort der unverwechselbare Duft von Lindt-Schokolade in die Nase. Pluspunkt. Wir bewundern die Form, welche sich als sehr füllig und rund beschreiben lässt. Auch wenn wir das Gefühl haben, dass uns die Betrachtung schon dick macht, so erachten wir die Form als besser gegenüber den dild… ähm stockähnlichen Formen anderer Schokonikoläuse. Nächster Pluspunkt. Kommen wir nun zum Geschmack. Kurz gesagt, es schmeckt wie Lindt-Schokolade nun mal schmeckt und (man kann es erraten) es war lecker. Noch ein Pluspunkt. Ihn hat die Verköstigung als zweiten die Existenz gekostet.

Smart in seiner Art sterne1

smarties

Die künstlerische und geschmackliche Interpretation eines Schokonikolauses vom Hersteller „Nestle“ war…eher un-smart. Ein Mann, der so aussieht hat entweder eine Rolle bei den Simpsons oder Gelbsucht. Der einzige Pluspunkt, den wir hier vergeben konnten bezog sich auf das Rasseln, welches durch die Smarties im Inneren der Schokoladenhülle verursacht wird. Beim Auspacken war kein wesentlicher Duft, wie bei den Konkurrenz- Produkten, wahrzunehmen. Was den Geschmack betrifft nun ja… Jeder der sich schon mal mit einer Überdosis Smarties den Appetit verdorben hat, kann sich vorstellen wie sich ein ganzer Schokonikolaus nach Verzehr im Magen anfühlt. Die verwendete Schokolade der Hülle ist (welch Überraschung) auch die Gleiche, die im Inneren der Smarties vorzufinden ist. Das bedeutet einen extrem süßen Schokoladen-Geschmack ohne die sonst ergänzende Geschmacks-Note der Drageehülle. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Das war aber hierbei nicht nötig. Wir waren uns alle einig, dass dieser unserem Geschmack nicht entsprach. Fürs Sodbrennen gab’s noch einen Minuspunkt obendrauf.

Knister knister knäuschen sterne3

milka

Voller Vorfreude betrachteten wir die lila-farbene Verpackung des berühmt-berüchtigten Milka- Weihnachtsmannes. Woher kommt die Vorfreude? Ganz einfach. Aus der Kindheit. Milka ist ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Kindheit… dem Teil in dem genascht wurde bis der Bauch grummelt. Fachmännisch entpackt und ange“snackt“ hört man sofort Sätze wie „Ah, das ist ein Stück Kindheit“ oder „Das ist die echte Milka“. Bezüglich des Geschmacks sei zu erwähnen, dass es sich hier um eine Schokolade mit “Knister-Effekt“ d.h. einem wahrgenommenen Bizzeln auf der Zunge und “im Kopf“ handelt. Hier lag für uns ein definitiver Fun-Faktor. Manche empfanden den Geschmack auch als zu sahnig, andere wiederum als typisch für Milka-Schokolade. Was den Geschmack der Milka-Schokolade wohl auch ein Stück weit ausmacht sind Sorten-Präferenzen und die subjektive Wahrnehmung, solange sie mit Kindheitserinnerungen verknüpft werden.

Kit(e)Kat oder Kitkat? sterne1

kitkat

Erblickt man im Regal einen Schokonikolaus mit fernöstlich anmutenden Gesichtszügen, so kann es sich hierbei nur um die Kreation von Kitkat handeln. Abgesehen von seinen mandelförmigen Knopfaugen, entspricht er nicht ganz den Erwartungen, die man an ein Produkt von Kitkat stellt. Entfernt man die Verpackung, so hat man das Gefühl, dass der gute alte Nikolaus unter ernsthaften Allergieproblemen gelitten hat. Die sonst glatte Schokoladenbeschichtung, wie man sie von den Riegeln gewohnt ist, ist von körnigen, rauen, splitterartigen Nuss- oder Keksstücken (oder irgendwas dazwischen) durchzogen. Der „Sieht nackig aus als hätte er einen Ausschlag“! Auch das charakteristische Knacken beim Brechen der Stücke wird durch ein lustloses *Potsch*-Geräusch abgelöst. Beim Geschmackstest stellen wir fest, dass das Gleichgewicht zwischen Keks und Schokolade nicht stimmt bzw. wesentlich weniger Keksmasse als Schokolade vorzufinden ist. Schwer zu sagen, ob dieses ungleiche Verhältnis ein Missgeschick bei der Schokoladenherstellung ist. Fest steht es schmeckt nicht wie es schmecken soll.

Morgen Kinder wird’s was geben sterne5

kinder

„Hmmm, das ist die Beste“, „Wir kommen immer wieder auf die zurück“, „Die Verpackung ist voll schön“. Solche Sätze könnten auch aus einem Werbespot stammen aber Nein… Sie sind so bei unserem Test gefallen. Die Verpackung des Kinderschokoladen-Nikolauses ist nicht nur ästhetisch ansprechend und entspricht einem hohen Verständnis der eigenen Corporate Identity, sondern lässt sich besonders gut lösen, ohne lästiges Zerfransen oder Verkleben beim Öffnen oder Halbieren. Damit lässt sich schon mal sagen, dass die Verpackung ausgesprochen zielgruppengerecht (d.h. für Kinder mit unruhigen Fingerchen) gestaltet wurde. Geschmacklich traf sie alle gestellten Erwartungen und der Schokonikolaus dieser Marke musste als Erster aus unserem Test ausscheiden, da er unversehens fachmännischer Schlemmerei zum Opferfiel. Das ist ein Schokonikolaus, wie man ihn sich vorstellt und der uns in allen Testkriterien überzeugen konnte.

Die Testesser – kein Stück war uns zu viel:

team

Von links oben nach rechts unten: Nataša Aljinović, Thomas Hruschka, Maximilian Kronenberg, Beatrice Weber, Katharina Döcke, Rosa Starke, Sophia Fuchs

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