Kicken für Geld – Sportsponsoring oder Markenprostitution?

90 Minuten + 11 Freunde + Fans + Beißen + Grätschen + Kämpfen = UNSER Spiel.
Echt!? An dieser Stelle an alle Fußballromantiker und Stammtischtrainer: Weiterlesen auf eigene Gefahr.Stadion

So einfach, wie oben beschrieben, ist UNSER Fußball schon lange nicht mehr. Der Gleichung fehlt nämlich der große Star, der alle jubeln lässt, der die Mannschaft zu großen Titeln schießt: das Geld, eine gaaanze Menge Geld. Der viel umworbene 12. Mann.

1.000.000.000 € für Brüste

Heute ein Stück Fußballgeschichte: Jägermeister wird 1973 als erster offizieller Trikotsponsor in der Bundesliga vorgestellt. Was damals noch für einiges Kopfschütteln sorgte, ist heute untrennbar verbunden: Sponsoren und der Profifußball. Aus kleinen Werbebudgets und Regionalpatriotismus ist ein globaler Kampf um die Brust der großen Fußballstars entbrannt. Die Telekom z.B. bezahlt dem Branchenprimus aus München jährlich ca. 30 Mio. Euro, um das weiße „T“ exklusiv auf dem Trikot des Deutschen Rekordmeisters zu platzieren.

MarkenNoch größere Summen fließen von den Sportherstellern zu den Vereinen, wenn es darum geht, die Top-Teams ausrüsten zu dürfen. Manchester United darf sich in den nächsten 10 Jahren gar über knapp eine Milliarde Euro freuen (eine 1 mit 9 Nullen!!!). Adidas hat hier den Geldbeutel weit geöffnet, um den großen Widersacher Nike bei den „Red Devils“ abzulösen. Dieses Tauziehen um Teams und einzelne Spieler scheint ein Fass ohne Boden.

Manipulation, die keine ist

Freudiges Händereiben auf der Sonnenseite trifft auf banges Zittern im Tabellenkeller. Erfolg macht sexy. Genau nach diesem Synergieeffekt lecken sich die Sponsoren und Sportartikelhersteller alle zehn Finger. Was passiert aber, wenn trotz der vielen investierten Millionen der Erfolg bei den Teams ausbleibt? Bisher galt: The winner takes it all. Damit geben sich die großen Investoren allerdings nicht mehr zufrieden. Ähnlich wie im eigenen Unternehmen, wird auch der sportliche Erfolg planbar bzw. vorhersehbar – Geld schießt eben doch Tore. Für diese Entwicklung spricht, dass vor knapp 2 Jahren Gerüchte die Runde machten, dass Adidas bereit sei, sein Markengesicht und mehrfachen Weltfußballer Lionel Messi endlich zu einem „Adidas-Verein“ zu lotsen.
Zum Hintergrund: Der Star vom FC Barcelona (Team-Ausrüster: Nike) verfügt über eine Ausstiegsklausel von 250 Mio. Euro – eine Summe, die auch heute noch für fast alle Vereine astronomisch hoch und kaum zu bewerkstelligen ist. Adidas sei demnach bereit, einen großen Teil dieser Summe zu stämmen, um das perfekte Werbebild zu erschaffen: der beste Fußballer seiner Zeit vereint mit Adidas. Die Dollarzeichen spiegeln sich zu Recht in den Augen der Bosse aus Herzogenaurach. Diese Kombination verspräche ein Werbepotenzial von ungeahnten Dimensionen.

Die Hure Fußball

Wer regiert UNSEREN Fußball? Wer oder was bestimmt die Transfers der Spieler? Sind es sportliche Aspekte, sind es die Übereinstimmungen von persönlichen Sponsoren der Spieler und der Teams? Lautet das Champions League Finale 2020 bereits FC Adidas München vs. Nike FC Turin? Bei Millionen Fans weltweit geht die Angst um, dass der Fußball vor den Sponsoren und ihrem Geld auf die Knie fällt, wie eine Prostituierte vor ihrem Freier. Geld und Fußball, eine wilde Affäre, hinter dem Rücken der Ehe von Fan und Verein.

Bei allen Beeinflussungen von außen bleibt nur zu hoffen, dass der Fußball in seinem Kern weiterhin das bleibt, was er für viele auf der ganzen Welt ist: Die schönste Nebensache der Welt!

Hier kläffte für euch:

PatrickLueck

 

 

 

 

 

 

Bild: Stadion (Quelle: imago)
Bild: Adidas vs. Nike (Quelle: http://www.sneakerskills.de/wp-content/uploads/2013/12/Adidas-VS-Nike.jpg)

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