Gesellschaftspokal oder Eigentor?

Kann eine Sportmarke das Thema Homosexualität und Fußball gesellschaftlich „aufbrechen“?

grafik fussball

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Politik, spezielle Verbände und Betroffene kämpfen für die Akzeptanz von Homosexuellen in der Gesellschaft – es geht im Moment immer einen kleinen Schritt vorwärts bezüglich der Akzeptanz, aber wir wollen das ganze aufbrechen und direkt das Ziel erreichen.

Im Profi-Fußball – „dem Männersport“ – ist Homosexualität das Tabuthema Nr.1. Die Angst, sich als Spieler zu outen, überwiegt. Allem voran fürchten Betroffene den Gedanken, dass ihre Karriere damit beendet sein könnte.

Am Beispiel der Pflegemarke Dove sehen wir, wie es eine Marke schaffen konnte, den Aufbruch eines Frauenbildes in unserer Gesellschaft zu erreichen. Die „Initiative für wahre Schönheit“ steht bei Dove im Vordergrund und besteht seit 2005 erfolgreich als Kommunikationsstrategie.

Könnte also eine Sportmarke, die sowohl im Fußball, als auch stark in den Köpfen der Gesellschaft verankert ist, ähnliches bei Homosexualität bewirken?

Wir haben 120 Probanden aus vier Kategorien befragt. Über verschiedene Fragen hinweg, ging es am Ende darum: Was wäre, wenn dein Lieblingsspieler sich zur Homosexualität bekennt und er für deine Lieblingssportmarke wirbt?

Die vier befragten Kategorien:

  • Ultras > sind im Verein und/oder schauen jedes Spiel ihres Lieblingsvereins
  • Neutralos > schauen wichtige Spiele (WM, EM)
  • Frauen > sind meist offen oder desinteressiert am Fußball
  • Aktive Fußballer > spielen selbst im Verein

Highlights aus der Befragung:

Die „Ultras“, die fanatischen Anhänger einer Mannschaft, die mit Leidenschaft zum Verein stehen und andere Vereine auch mit Schwulen-Gesängen niedermachen, haben überraschender Weise eher die Tendenz zum „Ja, oute dich“, als die „aktiven Fußballer“ selbst. Bei den Aktiven besteht  weiterhin die Angst um die Karriere, weshalb dort vermehrt die verneinende Antwort kam: „Zum Schutz der Person“. In der Kategorie „Neutralos“ wurde sichtbar, dass eine klare Tendenz zum „nicht outen“ geht, welches aber auch mit der Begründung zum Schutz der Person einhergeht.  „Wir können uns kaum vorstellen, welches Ausmaß es bei Auswärtsspielen gäbe.“

Aus offenen Fragen ging hervor, dass viele Homosexualität akzeptieren, aber dennoch den Mitmenschen in ihrer Umgebung nicht zutrauen, dass sie es auch tun.

Bei der Kategorie „Frauen“ sprechen sich 98% für ein Outing aus. Das kam für uns nicht unerwartet. Das ist aber interessant, denn vermehrt gehen die Frauen mit ins Stadion, vor den Fernseher – und nicht zuletzt als häufigste Shopper ins Einkaufszentrum.

Hat es Auswirkungen, wenn ein homosexuelles Testimonial für eine Sportmarke wirbt?

Nein hat es nicht. 56,6% aller Befragten würden weiterhin die Marke kaufen, wenn selbst der schwule Lieblingsspieler für die Lieblingsmarke wirbt. Da 35,8% neutral geblieben sind, würden nur definitiv 7,5% eine andere Marke bevorzugen. Beim Kauf steht meist die Marke, bzw. das Produkt im Vordergrund oder eine neutrale Sicht zum Testimonial. Die Person und die Qualität des Spielers sind maßgeblich, nicht die sexuelle Orientierung.

Unter den genannten Sportmarken kristallisierten sich zwei heraus: Adidas und Nike sind unangefochten die Lieblingsmarken aller Befragten. Mit 31,6% steht Nike auf Platz 2 im Ranking und Adidas mit 52,5% auf Platz 1. Speziell bei den Befragten, welche für ein Outing sind, tritt Adidas als Lieblingsmarke auf. Somit ist in unserer Befragung Adidas der Sympathieträger unter den Toleranten, die hinter einem Outing stehen.

Sollte Adidas also die Initiative ergreifen und mit einem homosexuellen Spieler werben?

Es könnte der Anfang für eine Wende sein, so wie bei Dove ein erster Aufbruch im gesellschaftlichen Denken entstanden ist. Es gäbe Adidas die Möglichkeit, das Thema als gesellschaftsfähig zu präsentieren und von gewöhnlicher Akzeptanz zu kommunizieren. Adidas präsentiert und agiert als eine sehr teambezogene Marke. Nike hingegen, appelliert mit „Just-do-it“ an die Individualisten. Wenn Adidas bereit wäre diesen Schritt zu wagen, wäre das vielleicht eine Chance, ein neues Gesellschaftsbild voranzutreiben und dabei die eigene Marke spannend und nachhaltig zu stärken.

Auszug aus dem Adidas-Leitbild: Leistung. Leidenschaft. Integrität. Vielfalt.

Diese Werte kommen aus der Welt des Sports und Sport ist die Seele des adidas Konzerns. Er ist die Verbindung zwischen unserer Vergangenheit und unserer Gegenwart – und er weist uns den Weg in die Zukunft.

Es geht darum, verschiedene Facetten zu durchdringen und zu ermöglichen. Adidas würde sich als Vorreiter dafür stark machen, dass auch Personen des öffentlichen Lebens sich endlich frei fühlen können.

Uns interessiert eure Meinung dazu. Und selbstverständlich die von Adidas!

Hier kläfften für euch:

Sandra_Brüning

Belinda_Decker

Anna Lena_HartmannDilara_KoyunFrederike_Werneke

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.