Das gesunde Gift

Wie die Tabakindustrie die Nation für dumm verkauft

zigaretten

Zigaretten ohne Zusätze – ein neuer Hype? Früher war es den meisten egal, welche Zusätze genau in den Zigaretten sind. Aber der Wandel um Lebensmittel und Lifestyle geht auch nicht an der Tabakindustrie vorbei, ohne Spuren zu hinterlassen. So werden die Zigaretten ohne Zusätze mit „echt“, „natürlich“ und „vollem Geschmack“ umworben und wecken den Eindruck gesünder zu sein als „normale“ Zigaretten.

Aber seien wir doch mal ehrlich: zu denken, es gäbe gesunde Zigaretten ist naiv. Es wird wohl kaum Menschen geben, die das tatsächlich glauben. Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns mal wieder selbst belügen und uns Dinge schönreden wollen? Bestes Beispiel dafür ist das Jugendwort 2012: YOLO (you only live once). Eine Ausrede um das Falsche zu tun oder das Richtige gerade nicht zu tun.

Schauen wir uns doch nur mal die neue Kampagne von Lucky Strike an. Hier wird nicht nur der Relaunch der Marke gerechtfertigt, sondern auch die ökologisch wirkende Hippy Fluppe.

Lucky Strike 2„Der Inhalt zählt“, verleiht der LOHA-Zigarette tiefsinnigen Charakter. Dennoch dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben, diese Zigaretten seien gesünder. Der richtige Ausdruck ist eher „weniger schädlich“. Man darf nicht vergessen, dass sowohl Nikotin als auch Teer die schädlichsten Stoffe mit den höchsten Anteilen innerhalb einer Zigarette sind.

Lucky Strikes Senior Brand Manager Sebastian Schroth erklärt in einem Interview: „Die Zeiten, in denen man eine Zigarettenpackung auf die Bartheke legt und damit ein Statement setzt, sind vorbei. Man kann nicht mehr überall und jederzeit rauchen, das lässt den Genuss in den Vordergrund treten und den Anspruch an Qualität wachsen.“ Zum einen bedeutet das, dass Rauchen für sich genommen schon aus der Mode ist und gleichzeitig versucht wird durch den Inhalt beim Konsumenten zu Punkten. Jedoch könnte man behaupten, dass sowohl der neue Markenauftritt als auch Sorten ohne Zusätze unser Gewissen beruhigen, während sich die Umwelt gegen das Rauchen sträubt.

Hinzukommt der Einheitsbrei der Zigarettenmarken. Durch die Bank sind alle Packungen ohne Zusätze kaum voneinander zu unterscheiden. Die Zigarettenindustrie konnte sich bisher einer irrsinnigen Markentreue erfreuen, die aber bei den gerade aktuellen Packungen ohne Zusätze nicht zu sehen ist. Wie soll der Konsument das verstehen? Wenn es doch jetzt auf den Inhalt ankommt und auf die Qualität, er aber keine Anhaltspunkte findet die das differenziert widerspiegeln?

Das gesunde Gift tritt uns nicht nur in einem LOHA-Gedanken vor die Augen, sondern gleichzeitig als nicht differenzierbare Alternative, statt mit dem Rauchen aufzuhören und gibt uns das Gefühl das Falsche doch noch richtig zu machen.

Was sagt ihr dazu? Ist es für Nichtraucher vielleicht sogar so, dass man (wieder) mit dem Rauchen anfängt? Und was sagen die Raucher dazu?

Hier kläfften für euch:

Werbewelpen_Zigaretten

 

 

 

 

 

 

 

 

Markus Neusser, Carina Nocht und Daike Eggerstedt

 

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