SpürSinn verloren! Syoss mit gespaltenem Markenimage?

Waschechter Erfolg

Die Marke Syoss Professional Performance wurde im März 2009 auf dem deutschen Markt neu eingeführt. Geworben wird mit:„Professionelle Haarpflege, die man sich leisten kann“.

2010 gewann Syoss den Markenaward für die „Beste neue Marke“ und den Gold Effie in der Kategorie Konsumgüter Non Food.

Es ist auch unumstritten, dass Syoss einen Marktanteil von über 5 % hat, was in diesem Produktsegment erstaunlich viel ist.

Mitentwickelt von Haarstylisten (Profihaarpflege) und dennoch preiswerter als Friseurprodukte. Sieht ganz so aus, als hätte da jemand eine Nische im Segment der Haarpflege gefüllt. Jedoch entstehen ein paar Unklarheiten, wenn man sich das Konzept genauer ansieht…

viel = gut?

Syoss wird in 500 ml Flaschen zu circa 3 Euro verkauft und ist in gängigen Drogeriemärkten und Co. erhältlich. Das Branding, der in schwarz-weiß gehaltenen Produktverpackungen, wirkt dezent aber vielversprechend.

Aber, gehört zu einem exklusiven, hochwertigen Image, dass man eine 0,5 Liter Shampoo-Flasche, die wahrscheinlich ein halbes Jahr hält, für 3 Euro schon fast hinterher geschmissen bekommt?

Man hat es geschafft, Syoss ein positives, wertiges Image zu verpassen, welches man jetzt durch die Massen-Produktpolitik rückwirkend verramscht.

Denn, sobald ich etwas für einen sehr günstigen Preis in einer großen Menge bekomme, kann es doch nicht gleichzeitig hochwertig wirken, oder?

Syoss mit „Profi“-Produkten eigentlich nur eine Billigmarke?

Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man die Inhaltsstoffe auf der Rückseite der Flasche studiert. Da ist es endgültig aus mit dem Profi-Image, denn es ist klar ersichtlich, dass die Produkte mit Silikonen versetzt sind und auch andere mysteriöse Stoffe, wie u.a. Sodium Chloride, Niacinamide und Butylphenyl Methylpropional enthalten.

Hört sich nicht zwangsläufig nach Stoffen an, die gut für die Haare sein sollen. Alle Shampoo-Hersteller werben damit, dass ihren Produkten keine Silikone beigemischt werden. Hat da Syoss den Trend zu gesunder Haarpflege verpasst?

Die Pressemitteilung des ehemaligen Senior Media Manager bei Procter & Gamble hört sich vielversprechend an, aber hält die Marke auch all das Gesagte?

Helft mir zurück auf die Spur:
Ist das (noch) eine konsequente Markenstrategie? Und wenn ja, welche?

 

 

 

… sucht hier nach dem Sinn.

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4 Kommentare zu SpürSinn verloren! Syoss mit gespaltenem Markenimage?

  1. Den Bereich Profiprodukte zum Profipreis decken die einschlägigen Anbieter bereits ab; zu versuchen sich für das gleiche Geld noch weiter vorne zu platzieren macht wenig Sinn, speziell mit Blick auf den Consumer-Markt. Das das andere Ende des Spektrums, also weniger Leistung zum gleichen Preis, wenig Sinn macht liegt denke ich auf der Hand. Damit bleibt als Stellschraube zur Nischenfindung letzlich nur der Preis übrig.

    Profiprodukte zum Consumerpreis ist dabei eine durchaus gangbare Option, vorrausgesetzt die Margen erlauben diesen Schritt. Da der Absatz erwartungsgemäß höher ausfällt kann mit kleiner Margen der selbe Gewinn erzielt werden wie mit niedrigeren Stückzahlen im Profisegment, ohne die Rezeptur zu ändern.

    Was das für die Qualität bedeutet entzieht sich als Laie allerdings meiner Kenntnis. Also Laie im Sinne von Haarpflegeprodukten, Haare hab ich ja schon. Aber es ist ja davon auszugehen, dass mit der Behauptung ein Profiprodukt anzubieten gewisse Erwartungen bei den Kunden geweckt werden. Ob das allerdings ein spürbar anderes Haargefühl, bessere (wie bewertet man sowas als Konsument?) Pflege oder einfach nur ein bestimmter Geruch ist, das muss jemand beantworten, der in die Zielgruppe fällt. Solange aber diese Erwartungen und damit das Versprechen erfüllt werden, wird die Story bestätigt, die vom Marketing und Design erzählt wird, trotz des vergleichsweise geringen Preises.

  2. PS: Beachte auch, dass Kunden in diesem Segment Ihr Shampoo nicht nach Volumen einkaufen. Wenn die 500-ml Flasche visuell mit dem Profiprodukt verknüpft wird, es also nicht ohne Weiteres möglich ist die Füllmenge zu ändern, vergleichen die Kunden die Preise für die Shampoos direkt miteinander; mit 3€ liegt Syoss hier trotzdem noch am oberen Ende des Spektrums.

    PPS: Das ist alles nur ein subektiver Eindruck; ebenso gut kann es tatsächlich sein, dass der Produktmanager gewechselt hat und eine andere Strategie fahren will. Das weiss nur der Verantwortliche selbst

  3. Enrico sagt:

    Hi Nina,

    meine Freundin hat die Produkte auch mal gekauft (soweit hat das Marketing funktioniert) und war ziemlich enttäuscht. Seitdem stehen wieder die Produkte aus dem Frisörregal im Bad, was allerdings erheblich kostenintensiver ist.

    Und das ist eigentlich genau der springende Punkt: In meinen Augen wird die Erwartungshaltung nach der Werbung in keinem Punkt erfüllt. Es würde mich daher nicht wundern wenn Syoss mittelfristig zumindest mit solcher Werbung aufhört…

    • Nina Krone sagt:

      Ich habe das Shampoo plus Conditioner auch ausprobiert und war mindestens genau so enttäuscht. Dann liegt die Strategie wahrscheinlich darin, etwas in das rechte Licht zu rücken, was dort eigentlich nicht hingehört.

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